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Titeltraum schon Ende März verwirklicht - 37 Teilnehmer aus drei Ländern waren im 438. Meisterkurs der Fleischerschule Landshut erfolgreich

Sie haben ein selbst gestecktes Jahresziel schon Ende März erreicht: Für 37 Teilnehmer des 438. Meisterkurses der 1. Bayerischen Fleischerschule Landshut hat sich mit der bestandenen Prüfung zugleich ein Lebenstraum verwirklicht. Elf Wochen Büffeln von Fachpraxis und -theorie, Betriebswirtschaft, Recht und Arbeitspädagogik waren dem vorausgegangen – und die Fleisch-Profis aus Deutschland, Österreich und Italien bewältigten sie als verschworene Gemeinschaft erfolgreich. „Sie haben gekämpft, gelitten und durchgehalten!“ gratulierte ihnen Schul-Geschäftsführerin Barbara Zinkl.

 

Bei einer Feier vor gut 200 Gästen in den Bernlochner Stadtsälen herrschte nach bestandenem Abschluss denn auch Freude pur. In über 500 Unterrichtsstunden hatten die Handwerker erfahren, dass „noch kein Meister vom Himmel gefallen“ ist –  Fächer wie Buchführung, Lebensmittelrecht, Steuer etc. erwiesen sich als hohe Hürden, eröffneten laut Zinkl aber auch ganz neue Perspektiven auf den gelernten Beruf und vermittelten eine solide Basis z.B. für den Weg in die Selbstständigkeit.

 

Allen Mühen zum Trotz lockte die Aussicht auf den begehrten Meisterbrief Handwerker aus Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Österreich und Südtirol an die Isar. Den weitesten Anreiseweg hatte mit 630 km Sascha Kollmeier (33) aus Isernhagen, den kürzesten mit 13 km Josef Hanglberger (22) aus Oberwattenbach. Letzterer hat nach der Realschule zunächst eine landwirtschaftliche Ausbildung und danach eine Lehre in der Metzgerei Johannes Huber in Geisenhausen absolviert. Diese schloss er mit Note 1,0 als Innungsbester ab und belegte Platz Drei im Kammerwettbewerb der Handwerksjugend. Heute ist der gebürtige Landshuter in der Metzgerei Andreas Sauer in Gerzen tätig. Für die Zukunft könnte er sich die Etablierung einer Direktvermarktungs-Metzgerei auf dem elterlichen Bio-Hof vorstellen; auch einen zweiten Meisterkurs im Bereich Landwirtschaft hat er auf dem Radar.

 

Allen Jungmeistern gratulierte Konrad Treitinger, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz: „Sie sind jetzt echte Meister Ihres Fachs. Sie haben in Ihre eigene Zukunft investiert und damit alles richtig gemacht!“ Er erinnerte aber auch an die gestiegene Verantwortung als Meister, der als „Allrounder“ von der Schlachttierbeurteilung über Wurstproduktion bis zu kreativer Warenpräsentation und Kundenberatung zuständig ist. Aber gerade deswegen sei angesichts negativer Auswüchse wie Massentierhaltung und Industrie-Wurst das Metzgerhandwerk mit gesicherter Herkunft und individueller Produktion beim Kunden wieder stark gefragt. Der Metzger als einer der ältesten Berufe überhaupt stehe mit seinem Namen für Qualität und köstliche Genüsse, was besser funktioniere als jedes Sicherheitssystem. Der Festredner bescheinigte den Absolventen beste Berufschancen – sie seien weltweit begehrte Fachkräfte. Er rief sie auf, selbst auszubilden und ihr Wissen an die nächste Generation weiterzugeben, aber auch im Ehrenamt im Handwerk mitzuarbeiten: „Tragen Sie dazu bei, ihren schönen und wichtigen Beruf populär zu machen!“

 


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