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Der Meister als Erfolgsmodell - Fleischerschule und HWK Ndb.-OPf. sind seit 40 Jahren enge Partner

Landshut/Regensburg (pr) – „Public-private Partnerships“ versprechen große Vorteile für beide Seiten: Die 1. Bayerische Fleischerschule Landshut und die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz pflegen seit über 40 Jahren solch eine enge Partnerschaft zwischen privater Lehreinrichtung und Prüfungsorganisation. Die sehen beide Seiten als Erfolgsmodell – ebenso wie den Meisterbrief.

 

Kammer und Schule machen sich mit ihren Angeboten keine Konkurrenz. Obwohl die HWK Niederbayern-Oberpfalz mit 400 Mitarbeitern und elf Bildungszentren als größte „Bildungskammer“ Deutschlands gilt und die 38.000 Betriebe ihres Bezirks bei der Ausbildung, mit Meisterkursen oder Berufsorientierungsveranstaltungen für Schüler unterstützt, beschränkt man sich hier auf hoheitliche Aufgaben in der Prüfungsdurchführung. „Wir bieten selbst keine Kurse zum Fleischermeister an, sondern bauen da ganz auf die fachliche Qualität der 1.BFS“, sagt Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der HWK. Das sei Teil der seit Gründung der Schule 1928 gewachsenen „Inhaltskooperation“; er lobt die 1.BFS als wichtigen „Netzwerkpartner“, den man gemeinsam zu einem der führenden Bildungsanbieter im Fleischereibereich weiterentwickelt habe.

 

Die 1.BFS bietet heute neben drei Meisterkursen im Jahr u.a. HWK-geprüfte Weiterbildungslehrgänge zum Gepr. Betriebswirt (HWO), zum Verkaufsleiter im Metzgerhandwerk, zum Fleischsommelier und zum Wurstsommelier an – außerdem einen Online-Master-Studiengang „Unternehmensführung“ mit Schwerpunkt Fleischwirtschaft. Für Hans Schmidt der Beweis, wie nah am Puls der Zeit die Schule agiert; sie biete durch ständige Innovation einen echten Mehrwert für die Handwerker in der Region und darüber hinaus. Vorbildlich sei auch ihr internationaler Know-how-Transfer an zwei Partnerschulen in Kamamoto/Japan und Seoul/Südkorea.

 

Schul-Geschäftsführerin und -gesellschafterin Barbara Zinkl hat diese Entwicklung mit vorangetrieben. Denn ungeachtet der langen Schulhistorie müsse man sich öffnen für weitere Interessenten. Ca. 20.000 Metzger kamen in den vergangenen 90 Jahren zum Lernen nach Landshut – darunter zuletzt eine wachsende Zahl aus fernen Ländern von den USA bis Asien. Angelockt auch durch die Qualität des Dualen Bildungssystems in Deutschland, das schulische und betriebliche Ausbildung perfekt verbindet und im Meistertitel seine Krönung findet. Dass Landshuter Schuldiplome weltweit so begehrt ist, liegt für Zinkl an hochkarätigen Dozenten aus der Praxis, modernster Ausstattung der Hörsäle und der Lehr-Wurstküche – aber auch an der anerkannten Prüfungsqualität, die die Handwerkskammer garantiert.

 

Denn die HWK sorgt nicht nur für die Abwicklung der Zulassungen und die Organisation der Meisterprüfung, sondern auch für die Schulung der Mitglieder des Meisterprüfungsausschusses. Dieser ist eine unabhängige und eigenständige staatliche Prüfungsbehörde, besetzt mit einem Vorsitzenden (derzeit HWK-Jurist Florian Lang), zwei Arbeitgeber- und einem Arbeitnehmervertreter und einem kaufmännischen Beisitzer. Die Prüfungsabnahme erfolgt der absoluten Neutralität verpflichtet und nach den Vorgaben der Fleischermeisterverordnung. Nach erfolgreicher Prüfung bietet man jungen Meistern Hilfe bei der Abwicklung des „Meisterbonus“,  Existenzgründungsberatung, betriebswirtschaftliche und rechtliche oder auch technische und Innovationsberatung.

 

Apropos: Im Kammerbezirk Niederbayern-Oberpfalz mit seinen 200.000 Handwerks-Beschäftigten sorgten die Fleischer zuletzt für eine gleichbleibende Quote von 8 bis 10 Prozent aller Jung-Meister aus 130 Branchen.

 

Nicht nur in der positiven Bewertung ihrer konstruktiven rekordverdächtig langen Kooperation sind sich Schul- und HWK-Verantwortliche einig. Auch in der Frage, wie zukunftsträchtig der Meisterbrief heute ist. „Absolut“, betont Barbara Zinkl. Und Hans Schmidt ergänzt, die Kammer habe sich immer stark für die Gleichstellung beruflicher und akademischer Bildung eingesetzt. Ergebnis: „Der Handwerksmeister steht für Qualität und Vertrauen und für eine sehr gute Ausbildungsleistung. Dies ist, gerade in der letzten Zeit, in der Politik und auch in der Öffentlichkeit wieder verstärkt angekommen.“ So werde derzeit beispielsweise eine „Rückvermeisterung“ diskutiert, das heißt Berufe, die bei der Reform der Handwerksordnung 2004 aus der Meisterpflicht genommen wurden, sollen wieder in die Meisterpflicht zurückgeführt werden. Auch die finanzielle Förderung für Meisterschüler (z. B. Meister-Bafög oder Meisterbonus) sei stark erhöht worden. Schmidts Fazit: „Der Meister ist ein weltweit anerkanntes Erfolgsmodell – ohne Meister geht es nicht!“


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